Haben Sie sich jemals gefragt, warum manche Menschen einen 5-km-Lauf mit minimalem Training scheinbar souverän bewältigen, während andere trotz stundenlanger anstrengender Trainingseinheiten im Fitnessstudio Schwierigkeiten haben, Fortschritte zu erkennen? Die Antwort könnte in Ihrer DNA verankert sein.
Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass genetische Variationen eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der kardiorespiratorischen Fitness – der Fähigkeit des Körpers, Sauerstoff bei körperlicher Anstrengung effizient zu nutzen – und, was noch wichtiger ist, beim Risiko der Entwicklung verschiedener chronischer Krankheiten spielen.
Den Zusammenhang zwischen Genen und Gesundheit entschlüsseln
Eine kürzlich in Nature Genetics veröffentlichte Studie geht über die einfache Beobachtung hinaus und deckt tiefere biologische Zusammenhänge auf. Während jahrzehntelange Forschung gezeigt hat, dass fitte Menschen im Allgemeinen gesünder sind, war es immer schwierig zu beweisen, ob Fitness Gesundheit verursacht oder ob gesunde Menschen einfach mehr Sport treiben.
Um dieses Problem zu lösen, analysierten Forscher unter der Leitung von Eleonora Fornara, einer Ernährungsberaterin und Doktorandin an der Universität Ramon Llull, 712 gesundheitsbezogene „Phänotypen“ (beobachtbare Merkmale wie Blutdruck oder Herzfrequenz) in umfangreichen Langzeitdatenbanken. Durch die Betrachtung der bei der Geburt zugewiesenen Gene konnte das Team stärkere Schlussfolgerungen zur Kausalität ziehen.
Die Ergebnisse waren frappierend:
– Es wurden 34 spezifische Zusammenhänge zwischen genetisch vorhergesagter Fitness und verschiedenen Gesundheitsergebnissen gefunden.
– Gene, die mit höherer Fitness verbunden sind, waren mit einem geringeren Risiko für etwa 30 verschiedene Krankheiten verbunden.
– Diese genetischen Marker wurden mit vorteilhaften Eigenschaften wie niedrigerem Blutdruck, höherer Herzfrequenzvariabilität und einem reduzierten Risiko für Schlaganfall und Asthma in Verbindung gebracht.
Interessanterweise stellte die Studie auch einen Zusammenhang zwischen diesen Fitnessgenen und einem höheren Bildungsniveau fest, ein Faktor, der traditionell mit besseren langfristigen Gesundheitsergebnissen in Verbindung gebracht wird.
Aktivität vs. Fitness: Den Unterschied verstehen
Eine entscheidende Unterscheidung der Forscher ist der Unterschied zwischen körperlicher Aktivität und körperlicher Fitness.
- Körperliche Aktivität: Die tatsächliche Bewegung, die Sie ausführen (Gehen, Radfahren, Gewichte heben).
- Körperliche Fitness: Wie Ihre biologischen Systeme – Herz, Lunge und Muskeln – auf diese Bewegung reagieren.
Wie Dr. Fornara erklärt, können zwei Menschen genau die gleiche Trainingsroutine absolvieren, aber aufgrund ihrer zugrunde liegenden biologischen Leistungsfähigkeit ein völlig unterschiedliches Fitnessniveau erreichen. Sie können körperlich aktiv sein (den Körper regelmäßig bewegen), aber dennoch „unfit“ sein, wenn Ihr Körper nicht effizient auf die Belastung durch das Training reagiert.
Warum das für Ihr Training wichtig ist
Es ist leicht, sich von der Vorstellung entmutigen zu lassen, dass manche Menschen „genetisch begabt“ seien, doch Experten warnen davor, dies als Entschuldigung für Inaktivität zu nutzen.
Dr. Cheng-Han Chen, ein interventioneller Kardiologe am MemorialCare Saddleback Medical Center, betont, dass Gene zwar eine Basis liefern, aber kein Schicksal sind. Auch wenn Ihnen die „idealen“ Fitness-Gene fehlen, bleiben die mit körperlicher Inaktivität verbundenen Risiken – wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen – dieselben.
„Körperliche Inaktivität wird mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht“, sagt Dr. Chen. „Ob man Fitness-Gene hat oder nicht, ändert daran nicht wirklich etwas.“
Wichtige Erkenntnisse zur Erhaltung der Gesundheit:
- Fitness ist veränderbar: Unabhängig von Ihrem genetischen Ausgangspunkt verbessert regelmäßiges Aerobic-Training (Laufen, Schwimmen, zügiges Gehen) Ihre kardiorespiratorischen Kennzahlen.
- Warten Sie nicht auf „perfekte“ Gene: Auch wenn Sie keine massiven Zuwächse bei der Lungenkapazität oder der Herzfrequenz feststellen, bietet Bewegung weitreichende gesundheitliche Vorteile.
- Konzentrieren Sie sich auf den Trend: Die Verbesserung Ihrer Fitness bewegt Sie in eine positive Richtung für Ihre langfristige Gesundheit, unabhängig von Ihrer DNA.
Schlussfolgerung: Die Genetik kann zwar Einfluss darauf haben, wie effizient Ihr Körper auf körperliche Betätigung reagiert und wie hoch das Grundrisiko für Krankheiten ist, sie negieren jedoch nicht die grundlegenden gesundheitlichen Vorteile, wenn Sie aktiv bleiben. Bewegung bleibt das wirkungsvollste Mittel zur Verbesserung des langfristigen Wohlbefindens, unabhängig von Ihrer genetischen Ausstattung.

























