Aktuelle Studien zeigen einen überraschenden Zusammenhang zwischen routinemäßigen Mammographien und der Früherkennung des Risikos einer Herzerkrankung bei Frauen. Forscher haben herausgefunden, dass Brustarterienverkalkung (BAC) – Kalziumablagerungen in Brustarterien, die auf Mammographien sichtbar sind – ein starker Indikator für zukünftige kardiovaskuläre Ereignisse wie Schlaganfall, Herzversagen und sogar Herztod sein kann.
Der Zusammenhang zwischen Brustarterien und Herzgesundheit
Der Grund für diesen Zusammenhang liegt in der systemischen Natur der Arterienverkalkung. Laut Dr. Navjot Sobti, einem interventionellen Kardiologen am Northern Westchester Hospital in Northwell, weist BAC nicht auf eine plötzliche Verstopfung hin, sondern vielmehr auf eine allmähliche Versteifung der Blutgefäße im gesamten Körper. Das heißt, wenn eine Kalziumansammlung in den Brustarterien festgestellt wird, deutet dies oft darauf hin, dass ähnliche Veränderungen auch in den Herzarterien auftreten.
Die im American Journal of Cardiology veröffentlichte und bei der Radiological Society of North America vorgestellte Studie analysierte Daten von über 10.000 Frauen. Die Studie nutzte KI-Software, um die BAC-Werte im Zeitverlauf zu bewerten, und zeigte einen klaren Zusammenhang:
- Frauen mit höheren BAC-Werten hatten ein bis zu zweimal höheres Risiko für herzbedingte Ereignisse.
- Fortschreiten der Verkalkung, auch innerhalb eines Jahres, deutlich erhöhtes Risiko:
- 41 % höheres Risiko für diejenigen, die im Laufe der Zeit eine Verkalkung entwickeln.
- 59 % höheres Risiko für Patienten mit leichter Verkalkung, die sich verschlimmerte.
- 93 % höheres Risiko für Patienten mit mäßiger Verkalkung, die sich zu einer schweren verlagert.
Warum das wichtig ist
Diese Entdeckung ist von Bedeutung, da sie die Möglichkeit eröffnet, gleichzeitig auf Brustkrebs und Herzerkrankungen zu testen. Derzeit werden Frauen für jede Erkrankung separat untersucht. Die Nutzung vorhandener Mammographien könnte einen effizienteren und kostengünstigeren Ansatz zur Früherkennung bieten.
Experten warnen jedoch davor, dass sich die BAC-Bewertung noch in einem frühen Stadium befindet. Dr. Richard Reitherman, Radiologe am MemorialCare Breast Center, stellt fest, dass eine standardisierte Methodik zur Einstufung des BAC und zur Umsetzung dieser Noten in umsetzbare klinische Interventionen noch in der Entwicklung ist.
Zukünftige Auswirkungen
Obwohl es noch keine umfassende klinische Anwendung gibt, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die BAC-Beurteilung irgendwann in Mammographieberichte integriert werden könnte. Dr. Matthew Nudy, Co-Autor der Studien, ist optimistisch, was das Potenzial für die Kombination von Brustkrebs- und Herzkrankheits-Screenings in der Zukunft angeht.
Vorerst sollten Frauen weiterhin die empfohlenen Herzgesundheitsrichtlinien befolgen und etwaige Bedenken mit ihren Ärzten besprechen. Der Zusammenhang zwischen BAC und kardiovaskulärem Risiko ist vielversprechend, es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um Screening-Protokolle zu verfeinern und eine genaue Risikobewertung sicherzustellen.


























